Van Hessen B.V. Wurde 1902 in der niederländischen Provinz Groningen gegründet. Anfangs war der Name der Gesellschaft S. van Hessen & Zoon und wurde später in Niederländische Verarbeitung von Tiernebenprodukten, vormals Van Hessen & Zoon umbenannt, um schließlich zu Van Hessen B.V. zu werden.
Da die Provinz Groningen vom Generaldirektor Ludwig van Hessen als zu klein erachtet wurde, zog die Gesellschaft 1914 nach Rotterdam um. Die Geschäfte wurden auf Deutschland erweitert und Van Hessen hat eine hochmoderne Fabrik in Hamburg gebaut um das wachsende Geschäft zu bedienen. Allerdings wurden die wesentlichen Geschäftsinteressen der Gesellschaft aufgrund der politischen Situation in Deutschland außerhalb von Deutschland betrieben.
Um 1931 konnte Ludwig van Hessen sehr gute Ergebnisse vorweisen und Paul, ein weiteres Mitglied der Familie, wollte ins Familiengeschäft einsteigen. Paul van Hessen war der Sohn von Ludwigs Neffen. 1933 stieg Paul in die Gesellschaft ein und lernte das Geschäft schnell. Schließlich fühlte sich Ludwig sicher genug, die täglichen Geschäfte in Pauls Hand zu legen.
Als Paul allerdings1934 seinen Militärdienst antreten musste, übernahm Ludwig wieder die Geschäfte. Ebenfalls begann er als erster die Verkäufe nach China, als die Konkurrenz für Wursthäute in Europa zu stark wurde. Ludwig fand qualitativ hochwertige Wursthäute zu hervorragenden Preisen in China, und war so in der Lage einen guten Profit zu machen.
1937 erreichte die Gesellschaft einen Rekordumsatz vor dem Krieg von 750.000 Gulden, aber der Zweite Weltkrieg kam dazwischen und hatte großen Einfluss auf das Schicksal der Gesellschaft, wie auch das der Van Hessen-Familie. 1940 wurde eine neue Gesellschaft unter dem Namen Niederländische Verarbeitung von Tiernebenprodukten gegründet, und alle Aktiva der alten Gesellschaft wurden der neuen überschrieben, um sie vor der Konfiszierung durch die Nazibesatzer zu schützen. Van Hessen verblieb im Vorstand der neuen Gesellschaft und das Familiengeschäft der Van Hessens wurde unter die Obhut mehrerer Treuhänder gestellt.
Paul van Hessen floh nach London, wo er Air-Force-Offizier wurde und 25 Missionen über Feindgebiet für die Royal Air Force und die Luftwaffe der Königlich niederländischen Marine. 1945, nach dem Ende des Krieges stellte sich heraus, dass Pauls Eltern und Ludwig van Hessen in Konzentrationslagern der Nazis umgekommen waren. Ludwigs Töchter kehrten zurück und begannen nach dem Krieg die Geschäfte wieder, gemeinsam mit Paul und einigen treuen Mitarbeitern. Die Gesellschaft fing wieder an zu wachsen, Käufe zu tätigen und Tochtergesellschaften zu gründen, um dem wachsenden Geschäft zu begegnen. Van Hessen handelte mit Südamerika, den Vereinigten Staaten, dem Mittleren Osten und Neuseeland. In den späten 50er Jahren wuchs der Handel mit China und 1955 lief die Gesellschaft auf vollem Betrieb.
1964 zog Van Hessen in neue Büros in Rotterdam um. Das Geschäft wuchs weiter und 1979 machte Van Hessen erste erfolgreiche Versuche in der Fremdvergabe der Auswahl Neuseeländischer und Australischer Schafdärme nach China. 1989 begann Van Hessen die Zusammenarbeit mit Shanghai Star Casings. 1994 eröffnete Van Hessen ein neues Gebäude in Nieuwerkerk an der IJssel. Das neue Gebäude ist groß genug um den weltweiten Handel mit Naturdärmen und den Handel mit Kunstdärmen in den Benelux-Staaten abzuwickeln.
2002 eröffnete Van Hessen eine neue Tochtergesellschaft in Schanghai, von wo aus alle Projekte für die gesamte Gruppe abgewickelt werden. Diese Neueröffnung war das Ergebnis von mehr als vierzig Jahren Handel mit China und ist ein Indikator für die zukunftsweisende Strategie der Gesellschaft.